"Mozarts Musik ist so rein und so schön, dass ich sie als die innere Schönheit des Universums selbst an-sehe." (Albert Einstein)

Liebe Musikfreunde,

das Schwetzinger Mozartfest präsentiert in diesem Jahr Mozarts Opera buffa „Le nozze di Figaro“, deren Libretto Lorenzo da Ponte nach dem skandalumwitternden, in Wien zunächst verbotenen, Stück „La folle journée ou le mariage de Figaro“ geschaffen hat. Allein dem diplomatischen Geschick da Pontes ist es zu verdanken, dass der Kaiser seine Vorbehalte gegen das „sujet“ zurücknahm und so der Uraufführung nichts mehr im Wege stand - ja, diese sogar vom Kaiser befohlen wurde. Die reservierte Haltung des Kaisers, der den Proben beiwohnte, wurde nicht zuletzt durch Mozarts Musik entkräftet. Die Urauffüh-rung von „Figaros Hochzeit“ am 1. Mai 1786 unter Mozarts Dirigat war ein großer Erfolg; acht weitere Vorstellungen sollen das Publikum zu unvorstellbaren Begeisterungsstürmen hingerissen haben. „Fast jede Szene mußte wiederholt werden, wodurch das Stück beinahe auf die Länge zweier Opern hinaus-gezogen wurde“, berichtet der Darsteller des Basilio. Von Graf Karl von Zinsendorf, dem einflussreichen Präsidenten der Hofrechnungskammer, ist folgender Tagebucheintrag belegt, der stellvertretend die Mei-nung des Adels über diese unübliche zeitgenössische soziale Kritik wiedergibt: „Die Oper langweilte mich … Mozarts Musik ist einzig mit den Händen, aber ohne Kopf!“
Die Arbeit am „Figaro“ fällt in Mozarts schaffensreichste Zeit. Unablässig fühlt er sich von seinen über-bordenden musikalischen Einfällen gehetzt und ist daneben von Unzufriedenheit, Unruhe und Zweifeln geplagt. Trotz persönlicher Schicksalsschläge kreisen seine Gedanken allein um seine Musik; Mozart lechzt nach Ruhm und der Gunst seiner Auftraggeber. Er hat Reisepläne und denkt daran, von Wien nach Prag zu wechseln, weil er dort gefeiert wird und die „Wiener Neider“ ausgeschaltet sind. Nach diesem kleinen historischen Exkurs laden wir Sie herzlich ein, den Genius Mozart an authentischem Ort zu erfahren und zu feiern!

Ihre Angela Bräunig und Nikolaus Friedrich