Samstag, 9. Oktober 2021
19.30 Uhr, Rokokotheater

Der Vorverkauf startet Corona-bedingt zu einem späteren Zeitpunkt

Don Giovanni

Theater Plauen-Zwickau
Clara-Schumann-Philharmoniker Plauen-Zwickau

Leo Siberski, Musikalische Leitung
Jürgen Pöckel,
Inszenierung
Andrea Hölzl,
Bühne & Kostüme

Don Giovanni macht Jagd auf Frauen, die alle seiner Anziehungskraft erliegen: Donna Anna besucht er nachts in ihrem Schlafzimmer. Die von ihm verlassene Donna Elvira folgt ihm beständig, um ihn zu einem moralischeren Menschen zu machen. Die Bäuerin Zerlina verführt er am Tag ihrer Hochzeit mit dem Versprechen auf ein besseres Leben. Aber auch die Gesellschaft macht Jagd auf Don Giovanni, da er durch sein Verhalten die Ehemänner, Verlobten und Väter gegen sich aufbringt. Schließlich fordert er sogar überirdische Mächte heraus: Übermütig lädt er die Statue des von ihm ermordeten Komturs zum Festmahl ein. Diese bietet ihm eine letzte Chance, sein Leben zu ändern oder in die Hölle zu fahren …
In Wolfgang Amadeus Mozarts Oper gleicht der Titelheld der Sonne, die alle Planeten umkreisen. Wie dieses Gestirn wirft auch Giovanni sein Licht auf die Figuren der Handlung, die zu verbrennen drohen, wenn sie ihm zu nahekommen. Geschickt verwebt das Libretto von Lorenzo da Ponte für Mozarts Oper heitere mit tragischen  Elementen. Dabei lotet die Musik mit Feingefühl und Augen zwinkernd die menschliche Seele aus und zeigt uns unsere Abhängigkeit von den eigenen Trieben und Sehnsüchten auf.

Der Regisseur Jürgen Pöckel deutet in seiner Inszenierung das Figurengeflecht des Don Giovanni als ein Abbild unseres Kosmos, indem er sie mit dem in dem seit 1609/10 bekannten heliozentrischen Weltbild Galileis in Verbindung bringt, das zur selben Zeit wie die ersten schriftlichen Überlieferungen des Don Giovanni-Mythos entstand. In klaren Bildern charakterisiert seine Personenführung die Beziehungen der Figuren zueinander, ohne dabei den komödiantischen Anteil, der den Reichtum von Mozarts Oper ebenso ausmacht, zu vernachlässigen.